Gibbs kam eine halbe Stunde später auch ziemlich müde und zerknirscht ins Büro.
Er entschuldigte sich natürlich nicht, dass er zu spät dran war. Er war der Boss, wenn er unpünktlich war, hatte er eben besseres zu tun gehabt.
Er hatte trotz seiner immensen Müdigkeit nicht seinen XXL-Becher Kaffee an der Ecke geholt. Ziva, die inzwischen wacher war, sah etwas skeptisch zu Tony, der dasselbe wie sie zu denken schien. „Boss…?“, fragte sie schließlich vorsichtig.
„Äh, ja…“, sagte Gibbs, brauchte aber eine gefühlte Ewigkeit seinen Blick zu ihr zu wenden.
„Soll ich dir einen Kaffee holen? Du siehst aus als hättest du einen nötig.“
An solchen Tagen war man lieber netter als nett zu Gibbs, denn er würde sowieso griesgrämig und aggressiv antworten.
Diesmal tat er das aber nicht. Er schien ziemlich neben sich zu stehen.
„Oh…das wäre unheimlich freundlich…“, murmelte er und hob seine Mundwinkel, schaffte es aber nicht zu lächeln.
Ziva verließ fluchtartig das Büro. Wer war das? Und was hatte er mit Gibbs gemacht? Dieser Gibbs machte ihr Angst.
Tony war unterdessen wieder unten bei Abby, die im Labor auf dem Boden herumkroch.
„Abby?“, fragte er vorsichtig.
Sie wirbelte herum und sprang auf und stand gerade vor ihm, mit einem breiten Grinsen.
„Hi!“
„Was machst du da?“
„Oh, ich hatte einen Ohrring verloren und gerade als du reinkamst, hab ich ihn gefunden!“, rief sie erfreut und zeigte ihm kurz einen kleinen silbrigen Ring, den sie dann sofort in ihr Ohr steckte.
„Also, was ist los? Ist es wegen McGee?“
Tony schloß vorsichtshalber die Tür.
Abby plapperte weiter: „Also das gestern war ja keine Glanzleistung. Ihr hättet euch wie normale Kollegen unterhalten können, habt euch aber ignoriert.“
Tony hob abwehrend die Arme. „Was hätte ich denn bitte tun sollen?“
Abby legte ihre Hände auf seine Schulten und drückte ihn in einen Schreibtischstuhl.
„Dir erstmal über deine Gefühle klar werden. Ich laß dich nicht gehen, bis du mir sagst, was du für McGee empfindest!“, sagte sie und holte ihre Plüschhandschellen.
Sonntag, 6. September 2009
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