Amy hatte sich eine Pizza bestellt und schaute sich nun ihre Liebelingsserie auf DVD an. Für die guten Witze hatte sie nur ein müdes Lächeln übrig und die Situationskomik depremierte sie so sehr, dass sie fast weinen musste.
Sie nickte irgendwann ein und wachte erst wieder am Mittag des Folgetags auf.
„Gott sei Dank hat ein Student keine geregelten Arbeitszeiten!“, fluchte sie, als sie aufstand und sich den verspannten Nacken massierte. Weiß Gott wie spät es schon wieder war! Sie trat vor den Spiegel im Flur. Oh Nein, das war nicht die Amy, die sie kannte, das war ein Schatten ihrer selbst!
Sie sah ihrem eigenen Spiegelbild hypnotisierend in die Augen. Hier musste etwas passieren!!!
Abby und Ziva hatten bis spät in die Nacht durchgequatscht. Ziva hatte ihr alles, was sie von Amy dachte dargelegt, ihr aber auch gleichzeitig klar gemacht, dass es an ihrer Entscheidung nichts zu ändern gab. Es war vorbei und das Leben musste weitergehen. Abby akzeptierte schweren Herzens, was Ziva da sagte und war unendlich traurig. Sie hatte Amy total gemocht und Ziva hatte sie auch ins Herz geschlossen...auch die Sache mit McGee und Tony schien sie ruiniert zu haben...fehlte nur noch, dass sie einen Keil zwischen Gibbs und die Direktorin trieb. Trotzdem nahm sich Abby fest vor, sich noch einmal bei Amy zu melden. Sie wollte unbedingt beide Seiten angehört haben. Sie glaubte nicht, dass Amy nur Abenteuer wollte! Sie wurde bei dem Gedanken fast schon sauer. Ziva hatte gar kein Recht sich so aufzuregen! Sie hatte hier schließlich einen Fehler gemacht! Sie schluckte sämtliche Gefühle runter und widmete sich wieder ihrer Gesprächspartnerin. Ziva lachte seit Tagen wieder. Abby musste feststellen, dass Ziva wunderschön war, wenn sie lachte und ihre Locken dabei um ihr Gesicht tanzten...
Ziva war heimgelaufen, als es schon wieder dämmerte, auch wenn Abby ihr einen Schlafplatz angeboten hatte. Ziva musste sich über sich selbst wundern. Das war ein echter Mädels-Abend gewesen, wie er im Sex and the City-Buche steht. So etwas hatte sie noch nie gemacht! In der Schule hatte sie lieber mit den Jungs Fußball gespielt und beim Mossad machte man sich lieber keine Freunde, man schaute sich seine Kollegen lieber nicht so genau an...man wusste nie, wen es als nächsten traf...
Und hier in Washington war es ihr durch die viele Arbeit und ihre verschlossene kühle Art immer schwer gefallen, Freunde zu finden...bis auf Amy. Warum hatte sie ihr damals bloß ihr Kärtchen gegeben? Ziva schüttelte resigniert den Kopf. Man macht im Leben eben Fehler!
Sonntag, 6. Dezember 2009
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