Sonntag, 6. Dezember 2009

Navy Soap (69)

Amy lief gut gelaunt aus dem Friseursalon heraus. Sie fühlte sich bei Jacky, ihrer Stammfrisuerin immer wohl. Sie betrachtete ihr Spiegelbild in einem Schaufenster. Sie hatte sich einen kurzen bob im Stil der 60er schneiden lassen, dazu ihre natürliche rote Haarfarbe mit Kupfer unterstreichen lassen. Sie fühlte sich gut. Sie kam an einer Tierhandlung vorbei. Kurz betrachtete sie die kleinen Schildkröten und Hamster im Schaufenster, ehe sie dann „Warum nicht...“, murmelte und keine zwanzig Minuten später eine neue kleine Freundin hatte: Stubentigerin Timmi.
„Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens.“, sagte sie fröhlich, als sie sich daheim im Spiegel sah.

Abby saß in ihrem Labor, kaute an ihren Nägeln und ließ es bei Amy klingeln. Die ging irgendwann ran, als Abby schon wieder auflegen wollte.
„Hallo?“, fragte Amy. Abby konnte nicht wirklich heraushören, wie es Amy ging.
„Hi, ich bin's Abby.“
„Oh, hi.“ Man hörte, dass Amy nicht mit einem Anruf von ihr gerechnet hatte.
„Was gibt’s?“, fragte sie. Sie gab sich Mühe, gestresst zu klingen. Abby seufzte lautlos. Amy wollte also gar nicht mit ihr reden.
„Ich wollte fragen...wie es dir so geht. Vielleicht sollten wir uns mal treffen. Also nur du und ich.“
Amy schwieg kurz. „Was...OH NEIN; TIMMI; KOMM SOFORT DA RUNTER; NEIIIIN!!!“, hörte Abby dann Amy aufgeregt rufen.
Selbige kam dann wieder außer Atem zurück zum Hörer. Diesmal war es nicht gespielt. „Abby? Bist du noch dran? Sorry, meine neue Katze weiß noch nicht über meine Hausordnung Bescheid...“
Abby zwang sich zu einem Lachen. „Also? Wann hättest du mal Zeit?“
Amy wurde ernst und hörte auf, Abby etwas vorzuspielen. „Abby ich wüsste nicht was es noch zu reden gibt. Die Sache mit Ziva und mir ist vorbei.“
Abby begann wieder: „Ja, aber vielleicht möchtest du drüber reden, wie es dir jetzt so geht!“
„Danke Abby, ist echt lieb von dir...aber ich glaube du bist dafür die falsche Gesprächspartnerin. Ich möchte Ziva und den NCIS einfach vergessen. Ich hab dich echt gern, aber du würdest mich nur an das alles erinnern. Vielleicht unternehmen wir mal was, wenn Gras über die Sache gewachsen ist.“, schlug Amy vor.
Abby seufzte. „Na gut.“

Amy legte ihr Handy weg und jagte Timmi wieder hinterher, die ihr neues Zuhause erkundete. „Hab ich dich!“, sagte sie und drückte das kleine Kätzchen an sich und strich behutsam über das orange-getigerte Fell. Timmi sah sie mit großen Augen an und begann dann wohlig zu schnurren. Amy hob sie hoch, so dass sie ihr in die Augen sehen konnte. „Wollen wir Freunde sein?“. Die Katze drückte die Augen zusammen und schnurrte weiter, so dass sie in Amys Händen vibrierte. „Ich schätze das ist ein 'ja'?“, fragte Amy und stupste das rosa Schnäuzchen mit ihrer Nasenspitze an. Dann setzte sie die kleine wieder auf den Boden. Timmi schlich um ihre Füße herum und kuschelte sich an ihre Beine.
„Hast du Hunger?“ , fragte Amy und ging zur Küche. Timmi folgte ihr tapsig und stolperte über die Kabel, die Amy immer noch nicht verlegt hatte.
„Es gibt nur koscher, dass das klar ist!“

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