Amy lief zur Bushaltestelle. Sie musste heute noch an die Uni und mit ihrem Prof reden, sonst würde das mit ihrem Diplom noch ein böses Ende nehmen. Timmi hatte sie im Schlafzimmer eingesperrt, weil sie da den kleinsten Schaden anrichten konnte.
Sie hörte Schritte hinter sich und wirbelte herum. Seit der Entfürhung war sie verdammt schreckhaft geworden. Sie starrte halb erschrocken, halb verwundert in das Gesicht ihrer alten Schulfreundin: Daisy!
„Mensch Amy, ich lauf dir schon seit einem Block hinterher...du hörst einen ja echt nicht!“, begrüßte diese sie und umarmte sie. Amy konnte es nicht fassen. „Daisy! Was machst du denn hier?“ Daisy löste sich aus der Umarmung und musterte Amy. „Du hast dich total verändert!“, merkte sie an und erklärte dann: „Ich hab deinen Bruder in Michigan getroffen und dachte, ich sollte dich mal wieder besuchen.“ Sie hatten sich seit dem Abschluss nicht mehr gesehen. Amy wurde nachdenklich. Ihr Bruder... Aber sie wollte nicht noch mehr Trübsaal blasen, sondern sich darüber freuen, dass Daisy da war!
„Lass uns nen Kaffee trinken. Wir haben uns glaube ich ne Menge zu erzählen!“, schlug Amy vor. Die Worte, sie hätte sich verändert liefen ihr runter wie Öl. Beim Abschluss war sie das kleine Mauerblümchen gewesen, total fasziniert von alten Radios,die sie auseinander schrauben konnte wie Spock in „The City on the Edge of Forever“. Und total fasziniert von Star Trek. Niemand hatte sie gemocht, nur Daisy war immer auf ihrer Seite gewesen. Dann war sie nach dem Abschluss für ein halbes Jahr nach Mailand gegangen und hatte von ihrer Tante beigebracht bekommen, was High Heels sind und wie man in ihnen läuft, wozu Wimperntusche gut ist und dass Kaffee Gott ist.
Ziva verbrannte sich die Zunge als sie an ihrem frisch gebrühtem Kaffee nippte. Sie stand in ihrer Küche und ärgerte sich darüber, dass sie heute in der Arbeit so schwach gewesen war. Sie konnte doch nicht einfach wegen zwischenmenschlichen Problemen, die in der Zentrale und auch sonst niemanden etwas angingen, heimgehen!
Jenny nickte immer wieder weg, während sie auf die schlechten Schwarz-Weiß Bilder schaute. Sie zwang sich zur Aufmerksamkeit.
Als ob sie es gewusst hatte, tat sie etwas. Sie schrie auf, als sich die Tür die hinaus auf die Veranda führte, öffnete und klingelte wie eine Besessene nach Gibbs.
Dienstag, 8. Dezember 2009
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