Mittwoch, 16. Dezember 2009

Navy Soap (80)

Amy hatte sich überreden lassen und lief bei Daisy untergehakt zwischen den kleinen Holzhütten durch. Nachdem ihr keiner der Verkäufer hatte sagen können, ob die Bratwürste aus Schweinefleisch waren, hatte sie sich für Kartoffelwedges entschieden. Daisy kam gerade mit zwei Tassen Glühwein zurück. „Glaub mir, Glühwein wärmt nicht nur den Körper, sondern auch die Seele.“ Amy nickte nur. „Ja, ich hab schonmal warmes Met getrunken. Ich weiß, wie das ist.“ Sie nahm einen kleinen Schluck von der heißen Flüssigkeit, die einen würzig-süßen Geschmack auf ihrer Zunge hinterließ. Sie schloss die Augen.
Dieser Glühwein schmeckt so...bekannt. Sie nahm noch einen Schluck. Ja, er schmeckte so, wie Ziva roch. Würzig-süß. Orientalische Gewürze und der Duft von Obst. Ziva trug nie Parfum, aber sie roch so. Amy öffnete die Augen und musste die Tasse auf einen der Tische wegstellen. Sie wurde traurig. Daisy sah es ihr an und nahm sie ohne zu fragen in den Arm. Amy kuschelte sich in den Fellkragen von Daisys Mantel. Sie war so froh, dass ihre alte Freundin wir da war! Endlich war sie nicht mehr allein! Es tat so gut jemanden zu haben, der einfach nur da war. Auch wenn sie Daisy nur wie eine Freundin liebte und sie schwor, dass da auch nie mehr sein könnte, fühlte sie sich unheimlich wohl in der warmen Umarmung.

Ziva nippte weiter an ihrem Punsch. Sie mochte den herben Geschmack und das Brennen in ihrer Kehle. Rum. „Naaaaa schmeckt dir der Punsch?“, fragte Abby neckisch. Sie hatte schon ein oder zwei mehr getrunken und bekam langsam eine rote Nase. Ziva nickte nur und grinste verschmitzt. „Why is the rum gone?“, begann Abby zu zitieren und schwankte dabei so bedrohlich wie der Quotator Jakc Sparrow. „Ich muss bei Punsch immer an Rum denken und dann immer an Jack Sparrow!“, lallte Abby und schwankte weiter. Ziva war sich nicht sicher, ob sie versuchte, seinen Gang nachzuahmen, oder ob sie nicht anders konnte. Wenn sie ihn nachahmte, war es jedenfalls verdammt gut. „Du nicht auch?“ Ziva schüttelte den kopf. Sie nahm einen letzten Schluck aus der Tasse, und überlegte, während das Getränk in ihrem Mund hatte, an wen es sie erinnerte. Sie schloss die Augen und ließ den heißen punsch langsam ihre Kehle hinablaufen. Er hinterließ eine prickelnde Spur. Sie seufzte. Als sie Augen öffnete, sah sie die Antwort vor sich: Amy!

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