Sonntag, 6. Dezember 2009

Navy Soap (71)

Amy saß mit Timmi auf dem Sofa und konnte diesmal wirklich bei allen Witzen ihrer Lieblingsserie lachen. Sie hatte Timmi ein wenig Thunfisch mit Tomatenmark angerührt. Das war billiger als Katzenfutter und außerdem aß sie das gleiche nur warm mit Nudeln.
Der Akku von Amys Handy piepste. Auf einmal hörte sie den Fernseher nur noch weitem und fühlte auch Timmi auf ihrem Schoß nicht mehr. Sie war auf einmal wieder in der Kiste.
Sie begann zu zittern und bekam Schweißausbrüche.
Sie stieß ihren Teller weg und rannte ins Bad, wo sie sich eimerweise eiskaltes Wasser ins Gesicht klatschte. Sie starrte entgeistert ihr Make-up-verschmiertes Spiegelbild an. Was war das gewesen? „Ist okay, Amy, alles in ordnung...es ist ja alles gut gegangen...“, redete sie sich ein. Timmi saß auf der Schwelle zum Badezimmer und sah Amy fragend an. Nein, diesmal würde nicht alles gut werden! „Muss ich denn erst wieder entführt werden, damit Ziva zurückkommt???“, schluchzte Amy und kauerte sich auf dem flauschigen Badezimmerteppich zusammen. Von wegen neues Leben! Von wegen neuer Anfang! Was sollte diese Katze schon ändern!!! Nachdem sie sich Wasser ins Gesicht gekippt hatte, sahen ihre Haare auch fast wieder so aus wie vorher! Keine Veränderung!

Ziva bekam den Rest des Arbeitstages nichts mehr auf die Reihe. Ihr Computer hängte sich auf, sie verschüttete Kaffee über die Akten, der Kopierer zerriss beim Drucken das Papier...
„Wah!“, Ziva krallte ihre Hände zusammen und war kurz davor, den unschuldigen Automaten zu zermalmen. „Mein Gott Ziva beruhig dich!“, Gibbs stand hinter ihr. Sie drehte sich erschrocken um. „Boss! Tut mir Leid, ich geh gleich wieder an die Arbeit.“
Er sah sie kurz verwirrt an. „Was ist denn bei dir los? Du hetzt hier durchs Büro wie ne Besessene...was hast du denn?“
Ziva musste sich setzen. Sie atmete kurz ruhig durch.
„Nichts ist los, alles ok, ich bin nur etwas...brauch nur fünf Minuten, hab dann alles wieder unter Kontrolle.“, sagte sie außer Atem, aber mit einer unnatürlich dünnen, hohen Stimme, als ob sie gleich anfangen würde zu weinen.
„Geh nach Hause.“, sagte Gibbs. Sie sah zu ihm auf. Er nickte verständnisvoll.
„Nein, Boss, ich...“
„Schon gut Ziva, Tony bringt dich heim.“
Tony stand schon mit dem Autoschlüssel bereit.
„Was? Warum?“, fragte Ziva entgeistert. Sie war doch noch im vollen Besitz ihrer geistigen und körperlichen Fähigkeiten!
„Denkst du, ich lass dich in dem Zustand Autofahren?“, fragte Gibbs. Ziva musste grinsen. „Du lässt mich auch sonst nie fahren.“, stellte sie, fast wieder normal, fest und packte ihre Sachen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen