Sonntag, 9. August 2009

Navy Soap (14)

In der Zentrale konnte Ziva nicht verhindern, dass Gibbs das Verhör durchführte. Er war, wie immer, gnadenlos.
„Also gut, am besten sie gestehen gleich.“, waren seine ersten Worte.
Amy saß zusammengekauert auf ihrem Stuhl, die Hände vor sich verschränkt, auf die Tischplatte starrend.
Ziva stand im Nebenraum und beobachtete die Szene mißmutig. Amy war unschuldig!
Gibbs stöhnte genervt. „Gut, wenn es so nicht klappt…dann eben…sie kennen den Ermordeten.“ Es klag wie eine Feststellung, nicht wie eine Frage. Und es klang so, als ob Amy sich allein durch diese Bekanntschaft strafbar gemacht hätte.
Sie nickte und begann zu schluchzen.
„Ihr Freund?“ Ziva wußte es auch, sie hatte im Geldbeutel des Toten ein Foto von Amy gefunden.
„Ex“.
Gibbs riß der Geduldsfaden, obwohl er eigentlich schon relativ viel erfahren hatte.
„Dann sagen sie mir jetzt einfach, warum sie ihn erschossen haben! Wenn sie nicht reden wollen, ist das ihr Problem. Verlängert ihre Strafe nur. Und in solchen Frauengefängnissen geht es nicht so nett zu wie bei Subway.“
Amy weinte inzwischen richtig.
„Und könnten sie mir gottverdammt einmal erklären, warum sie auch noch hier angerufen haben und den Mord gemeldet haben? Wollten sie sich zuerst stellen?“
Amy schwieg, es liefen nur kontinuierlich Tränen ihre Wangen herunter.
„Ich glaube der Geschichte die sie uns erzählt haben kein Wort!“, schrie Gibbs sie an.
Es ging noch ungefähr eine halbe Stunde weiter, bis Gibbs endlich einsah, dass aus Amy heute nichts herauszubekommen war.
Sein Verdacht, dass Amy es gewesen war, verstärkte sich nur, als bestätigt wurde, dass auf der Waffe nur die Fingerabdrücke von ihr und dem Ermordeten waren.

Ziva saß wie taub an ihrem Schreibtisch. Irgend etwas stimmte an der ganzen Geschichte nicht. Gibbs wollte Amy da behalten, und hoffte, mit irgendwelchen Stasi-Methoden mehr aus ihr herauszuprügeln. Und Ziva hatte immer gedacht, der Mossad sei grausam.

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