Freitag, 28. August 2009

Navy Soap (44)

Abby kam am nächsten Tag gut gelaunt zur Arbeit – obwohl sie aufgrund der Geschehnisse der letzten Tage Anspruch auf Sonderurlaub gehabt hätte. Sie liebte ihren Job – warum daheim bleiben?
Über das Wochenende, an dem sie selbst genug mit sich und ihren Amy-Problemen beschäftigt war, hatte sie fast Tonys Geschichte außer Acht gelassen. Am Anfang hatte sie sich gezwungen, ihn ernst zu nehmen, inzwischen fand sie die Geschichte eher traurig.
Allerdings wußte sie nicht, wie sie Tony helfen konnte, ohne dabei McGee auf den Schlipps zu treten, der schließlich auch ihr Freund war.
Sie lud Tony mittags auf einen Spaziergang im Park ein.
„Sag schon, Tony, wie geht es dir wirklich?“
„Abbs…“
„Ich glaube dir nicht, dass du das alles so schnell verarbeitest! Außerdem glaube ich, dass da mehr ist, als nur das Gefühl von Peinlichkeit…“
„Nein, Abby mir geht es echt gut, ich war am Wochenende mit einem Mädel unterwegs…“
„Von der du nicht einmal den Namen für so relevant hältst, ihn mir mitzuteilen…“
„Sie hieß Brenda…oder Betty? Oder…ach egal, jedenfalls war das super toll mit ihr…“
„Siehst du, Tony? Du willst dich doch nur ablenken und das alles in dich reinfressen. Das macht dich auf die Dauer krank.“
„Verdammt Abby! ICH BIN DOCH NICHT SCHWUL!!!“, schrie er sie an, so dass einige Vögel aufgescheucht davon flogen und sich andere Parkgäste umdrehten.
Abby grinste ihn fröhlich an. „Ich finde, das ist schon mal ein super Anfang! Lass deinen Gefühlen freien Lauf!“, sagte sie und lief beschwingt weiter, der Meinung, ihrem Freund geholfen zu haben. Tony würde es sich nicht eingestehen, dass dieser Schrei ihm gut getan hatte, er redete sich eher ein, dass er von dieser esoterisch-psychologischen Nummer Kopfweh bekam…

McGee hingegen saß an seinem Schreibtisch und versuchte ein Gespräch mit Ziva aufrecht zu erhalten. So ganz wollte ihm das jedenfalls nicht gelingen, er dachte schon seit Tagen nur an sein vermeintliches Blinddate: Tony.
Es war so absurd und auch gleichzeitig so typisch für ihn. Immer wenn er meinte, jemand tolles kennen gelernt zu haben, dann lief es gehörig schief.
„McGee?“, Ziva sah ihn fragend an. Sie lehnte an seinem Schreibtisch und löffelte Joghurt.
„Äh ja, achso, bin da ganz deiner Meinung. Wir erleben soviele Abenteuer miteinander, da können wir auch unsere Freitagabende zusammen verbringen!“
Sie runzelte die Stirn.
„McGee, ich hab dich vor 5 Minuten gefragt, was deine Meinung zu einem gemeinsamen Abendessen mit dem Team ist…und jetzt wollte ich wissen, wann du mal Zeit hättest…“
Er stand auf, wollte weg. „Ich…äh, ja…bin da eher so spontan…wollte noch in die Kantine…bis nachher.“, stammelte er und ließ Ziva stehen.
‚Was ist denn heute nur mit allen los?’, fragte sie sich. ‚Ohje, da kommt schon das nächste Problempäärchen…’ Jenny und Gibbs kamen vom Aufzug. Sie versuchte sich unauffällig zu verhalten, aber das war gar nicht nötig. Die beiden waren merkwürdigerweise harmonisch in ein Gespräch vertieft und beachteten Ziva gar nicht.

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