Sonntag, 16. August 2009

Navy Soap (31)

Tony seufzte. „Ja, okay, und was hat das mit Ziva und mit ihrer kleinen Freundin zu tun?“
Abbys Tonlage veränderte sich. Sie schien die Geduld zu verlieren. „Wenn wir Zivas Freunde werden wollen, dann…sollten wir uns auch darum kümmern, dass sie sich nicht in Gefahr bringt.“
Ziva hatte erwartet, dass Abby Amy als schlechten Umgang für Ziva ansah. Oder Angst hatte, dass Amy Ziva das Herz brechen könnte. Aber anscheinend schienen die beiden nichts von der Beziehung zu wissen.
Aber dass sie Amy als Gefahr erachtete?
„Okay, Tony jetzt bist du dran. Was ist mir dir los?“ Ziva zwang sich zur Aufmerksamkeit.
Tony wurde wieder nervös und schlug vor: „Okay, treffen wir uns heute in der Moonshine Bar? Ich will das nicht hier bereden…“
Eigentlich sollte Ziva das auch interessieren und sie würde instinktiv Tony dorthin folgen, aber es war ihr einfach nur noch egal.

Als sie Feierabend hatte, ging sie gedankenverloren zu ihrem Auto. Die Sonne neigte sich und tauchte den Parkplatz in ein hellrotes Licht. Ziva kramte in ihrer Tasche nach ihrer Sonnenbrille. Sie sah eine Spur von Benzintropfen auf dem Aspahlt, die in dem Licht wie Blut schimmerten.
Schmerzlich realisierte sie, dass sie auf dieser Welt niemandem vertrauen konnte, oder durfte. Auch nicht hier in Washington, einem Ort, der ihr immer vertrauenswürdiger vorgekommen war, als Tel Aviv oder Jerusalem es jemals gewesen war.

Daheim lies sie ihren Tränen freien Lauf. Sie gestand sich ein, dass sie Abbys komisches Verhalten eher als Versuch von Freundschaft gedeutet hatte. Und sie hätte sich gefreut, wenn die beiden sich auch besser verstanden hätten. Sie hatte Tony gemocht, aber jetzt machte er gemeinsame Sache mit Abby…
Und Amy? Was, wenn Abby wirklich richtig über sie dachte? Ziva sah sich in ihrem Badezimmerspiegel an. Was war nur aus ihr geworden? Lachfalten umspielten ihre Lippen, auch wenn sie gerade ernst und verheult aussah, sah man ihr an, dass die letzten Tage voller Lebensfreude gewesen waren. Auch wenn sie seit Amy seit Sonntag nur noch angerufen hatte, war sie wirklich glücklich gewesen.
Sie musste schon fast lächeln, als sie an Amy dachte. Doch dann wurden ihre Gednaken von einem grauen Blitz durchfahren:
Das Messer unter dem Kopfkissen.
Sie wurde unvorsichtig, weich. Der Preis des Glücks.
Wo war die eiskalte Auftragsmörderin, die kühle Agentin? Die unnahbare Exotin?
Ziva wischte ihre Tränen weg, streckte ihren Rücken durch und nahm Haltung an. Sie reckte ihr Kinn stur in die Höhe und sah ihr Spiegelbild triumphierend und herablassend an.
Das war die wahre Ziva. Niemand durfte sie zerstören, niemand!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen