Donnerstag, 20. August 2009

Navy Soap (40)

Er drehte sich zu Ziva um und starrte in den Lauf ihrer Waffe.
„Wie schön das alles klappt! Ein Treffen lauter alter Bekannter!“, rief er auf arabisch.
Ziva hatte damals geholfen, ihn in den Knast zu bekommen. Auch wenn es nie bewiesen wurde, glaubte sie, dass er ihre Schwester umgebracht hatte, neben den vielen Verbrechen die er sonst noch begangen wurde.
Ziva wurde unruhig. Ihre Finger juckten geradezu, einfach abzudrücken. Das war allerdings unverantwortlich, er schien unbewaffnet zu sein und warum sollte man jemanden erschießen, der sich mit zwei Mädchen in einer Kiste unterhielt? Solche absurden Fragen dürfte sie sich während des Disziplinarverfahrens anhören, falls sie ihn jetzt einfach erschoss…
Amy sah, dass er bewaffnet war. Gangstermäßig schaute der Griff einer Pistole aus seinem Gürtel heraus. Sollte sie es wagen und ihm die Waffe abnehmen?
Sie schaute kurz zu Abby, während Hussein sich immer noch freute, dass Ziva da war. So ein Vollidiot!
Abby wußte, was Amy dachte und nickte. Mit einem Satz war sie ausgestanden und hielt die Waffe aus Husseins Gürtel in der Hand. Zitternd entsicherte sie die Pistole, so wie sie es im Film schon oft gesehen hatte. Dass sie sich damit fast den ganzen Daumennagel abriß, störte sie herzlich wenig.
Sie richtete die Waffe auf Hussein und atmete tief durch.
Der war sehr überrascht, Ziva auch, was sie zu einem kurzen Moment der Unachtsamkeit verleitete. Hussein hatte sie geschickt in seine Arm gedreht, hielt sie im Schwitzkasten und drückte ihr die eigene Waffe ans Kinn.
Amy wollte schon die Waffe sinken lassen, sie bekam Angst. Dann lachte Hussein sein ekelhaftes Lachen. „Was du kannst, kann ich schon lange, kleine Amerikanerschlampe…“
Abby blieb immer noch in der Kiste sitzen und hielt die Luft an. Wenn Ziva da war, würde Gibbs sicherlich sofort hier sein. Sie versuchte sich zu beruhigen.

Die Szene erstarrte. Amy wußte, wenn sie abdrückte, könnte Hussein im selben Moment abdrücken, oder Ziva herumreißen, so dass sie die Kugel abbekam. Er schien ihre Gedanken zu lesen. „Tja, was willst du jetzt machen, Amy?“, fragte er höhnisch. Ziva formte ihre Lippen zu einem „Egal, erschieß ihn!“ Amy sah in ihre Augen. Ziva wäre zwar bereit sich zu opfern, aber sie hatte Angst. Amy schaute auf die Waffe, die immer schwerer wurde. Sie konnte nicht abdrücken!
Abby erkannte auf einmal, dass es nur zwei Waffen gab, sie aber drei Geiseln waren. Wenn sie Hussein ablenken würde, dann würde er die Waffe von Ziva wegdrehen, die könnte ihn in der Zeit überwältigen. Sie wartete nicht länger, sprang auch auf und schrie: „GIBBS!!! TONY!!! MCGEE!!! Wir sind hier!“, sie streckte ihre Hände in die Höhe und sah sich in der Halle um. Kisten, nichts als Kisten…keine anderen Menschen.
Natürlich hatte Hussein ihr inzwischen die Waffe an den Kopf gehoben. Sie hatte keine Angst. Ziva war ja da und sie traute Amy auch noch zu, Gebrauch von der Pistole zu machen. Ziva hatte nun leichtes Spiel, sie wurde nur noch von einer Hand festgehalten. Sie vollführte eine volle Drehung und hieb Hussein ihre Handkante ins Genick, während sie ihr Knie in seine Magengegend bohrte. Er ließ zuerst die Waffe und dann sich selbst fallen. Sie setzte sich sofort auf seinen Rücken und legte ihm Handschellen an. Amy und Abby waren inzwischen aus der Kiste geklettert. Amy sah kurz zu Ziva und Abby. „Rein mit ihm?“
Die beiden anderen lachten kurz und nickten: „Rein mit dem Drecksack!“
Sie warfen ihn äußerst unsanft in die Kiste und ließen den Deckel ins Schloß fallen.
„Jetzt müssen wir uns nur noch die Kiste merken und dann geben wir Gibbs und Tony Bescheid. Mcgee sichert die Gegend vor der Halle…“, seufzte Ziva. Die Anspannung ließ deutlich von ihr ab. Abby war immer noch nervös. „Und…wo sind die anderen?“
Ziva sah sich kurz um. „Eigentlich wollten sie von der anderen Seite kommen…“, murmelte sie und deutete zu einem halb offenen Tor.
Im selben Moment klingelte ihr Handy. „McGee, alles okay?“
„Eher weniger Ziva, ich hab hier gerade zwei Männer gesehen, die Tony und Gibbs, beide k.o., in einen Lieferwagen geschleift haben. Du kommst besser schnell…hast du Abby und Amy schon gefunden?“ Ziva hielt es für irrelevant zu antworten und sprintete los. Amy und Abby liefen ihr hinterher.

„Lass mich fahren!!!“, rief Ziva, als sie zum Auto kam. „NEIN!“, stöhnte McGee und startete den Motor, während Abby und Ziva auf den Rücksitz rutschten.
Er fuhr sofort los und folgte dem Lieferwagen.
„Hussein war also nicht allein!“, fluchte Ziva vor sich hin.
„Geht’s euch beiden eigentlich gut?“, fragte McGee, als ob ihn das alles gar nichts anging, die beiden auf dem Rücksitz.
„Schwätz nicht, FAHR! Gibbs und Tony sind in Gefahr!!!“, giftete Abby.
Sie folgten dem Wagen auf die Schnellstraße, die um diese Zeit fast leer war.
Ziva atmete tief durch. „Also, ich hab das in einem von Tonys Filmen gesehen, vielleicht funktioniert’s ja.“, seufzte sie. „Ich kurbele jetzt das Fenster runter und schieße auf die Reifen. Die scheinen uns noch nicht als Verfolger identifiziert zu haben!“
McGee nickte und hielt das Lenkrad etwas fester. Ziva setzte sich auf die Fensterkante und feuerte auf einen der Hinterreifen.
Er platzte! Es hatte funktioniert. Der Lieferwagen kam ins Schleudern. „Ich krieg auch noch den anderen!“, rief Ziva und setzte erneut zum Schuß an. McGee sah gerade noch im Augenwinkel, wie die Tür des Lieferwagens aufschwang und einer der Kerle auf Ziva zielte. McGee riß sofort das Lenkrad rum, die Kugel landete in der Karosserie. „Verdammt McGee, ich hätte ihn getroffen!“, beschwerte sich Ziva, doch als sie den Kerl, der sich aus der offenen Tür lehnte, sah, hielt sie Klappe. Ziva schluckte. „Okay, Planänderung. ich versuche, den Kerl zu erwischen, dann kriegen wir den Wagen auch so. Und Amy, ruf doch mal die Polizei an und sag denen wo Hussein ist.“
Abby musste reden, Amy war viel zu aufgeregt. Sie hatte Angst um Ziva, die meinte, die Heldin spielen zu müssen. ‚Hätte McGee sie doch nur fahren lassen, dann würde sie sich jetzt hier nicht zu weit aus dem Fenster lehnen…im wahrsten Sinne des Wortes…’, dachte Amy, die den Fahrstil von Ziva noch nie erlebt hatte.

Der Kerl feuerte wieder, McGee sah sofort, dass der Schuß ins schwarze Gummi treffen würde. Er rief: „Okay, festhalten!“, als die Kugel einschlug. Nun kam auch ihr Auto ins Schleudern und Ziva, die immer noch auf der Kante hockte, fiel fast aus dem Auto. Sie fluchte irgend etwas auf hebräisch und feuerte auf den Lieferwagen. Gott sei Dank explodieren Autos davon nur im Film. Der Lieferwagen verlor hingegen Benzin.
„Versuch mal auf dieselbe Höhe des Wagens zu kommen, dann kann ich auch die vorderen Reifen erledigen.“ McGee schüttelt den Kopf. „Das ist viel zu riskant, wenn denen dann der Wagen komplett ausbricht…“
„Aber wir müssen sie doch irgendwie einholen…“, sagte Abby, hlab energisch, halb flehend. Sie hatte Angst um Tony und Gibbs.
Amy meldete sich: „Okay, das klingt jetzt echt freaky, aber das hab ich in nem Film gesehen.“
Man sah sie an. „Die Entführer sitzen vorne im Führerhäuschen, haben also keinerlei EInfluss, auf das, was hinten im Laderaum passiert. Wir fahren so dicht wie möglich an den Wagen heran, einer von uns klettert über die Motorhaube und befreit sie beiden. Ist zwar gefährlich, aber so…“
„Fast and Furious 4?“, fragte McGee „Der war gut!“
Ziva verpaßte ihm stellvertretend für Gibbs eine Kopfnuß. „Nein, das ist zu riskant und das gibt’s nur im Film… wir versuchen die Tür aufzuschießen. Dann wechseln wir die Spur, dann können Gibbs und Tony rausspringen. Und…Abby ruf mal Jenny an, die soll die Schnellstraße sperren lassen!“

Diesmal stand Ziva auf dem Sitz und feuerte aus dem Schiebedach heraus, auf die Scharniere der Tür. „Woooohoo…“, machte Mcgee als dem Auto ein Türflügel entgegenflog. „Oh.“, hatte Ziva dafür übrig und sie steckte schnell den Kopf wieder ins Auto, als McGee halsbrecherisch auswich.

Tony und Gibbs waren inzwischen wieder bei Bewußtsein. Beide waren erleichtert, als sie Gibbs Auto hinter ihnen herfahren sahen.
„Sollen wir jetzt einfach rausspringen, Boss?“, fragte Tony.
Gibbs überlegte. „Falls das die Idee von den beiden war, dann…naja die können uns bestimmt die Handfesseln lösen.“, sagte er und zuckte mit den Schultern und ließ sich fallen.
Tony war zerknirscht, dass er überhaupt gefragt hatte. Das war sehr unmännlich gewesen. Er hechtete hinterher und lag Sekunden später auf dem heißen Aspahlt, sich vor Schmerz windend. Ziva und McGee stiegen sofort aus, auch Abby lief den beiden hinterher. „Tony! gibbs! Wie geht es euch…?“, fragte sie, währen sie sich über die beiden beugte. Gibbs hustete und rieb sich die Seite. „Weg hier.“, stöhnte er und half Tony auf die Beine.

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