Sonntag, 9. August 2009

Navy Soap (20)

Tonys Herz schlug ihm auf dem Weg zum Cafe bis zum Hals. Sie hatten verabredet, dass sie als Erkennungszeichen beide rote Tshirts tragen würden. Rot war diese Saison alles andere als in und für Tshirts war es auch viel zu kalt. Eigentlich. Tony war viel zu aufgeregt um zu frieren.

Währenddessen waren Ziva und Amy in Zivas Wohnung angekommen. Auf dem Weg hierher hatte Ziva schon einiges über Amy erfahren, dass sie eigentlich aus Chicago kam, ihre Familie streng katholisch und italienischer Abstammung war und sie fast enterbt hatte, als sie Jüdin geworden war. „Ich hatte an einem Programm von unserer Kirche teilgenommen, eigentlich wollte ich humanitäre Arbeit in einem Krisengebiet wie Gaza leisten, aber das durften nur die Jungs aus unserer Gruppe. Die haben mich dann für ein Jahr in ein Kibbuz gesteckt.“, erklärte Amy. Ziva lachte. „Bei den Hippies?!“ Amy warf halb lachend ein: „Also so kommunistisch geht’s dort gar nicht mehr zu. Ich fand’s so toll, dass ich konvertiert bin!“
Die beiden stiegen bald von Kaffee auf Tequila um. Ungeschickt und angeheitert wie sie eben war, schnitt sich Ziva in den Finger, als sie eine Zitrone achteln wollte. „Autsch! Das brennt…“, rief sie und warf das Messer von sich. „Lass mal sehen…“, sagte Amy und nahm Zivas Hand in ihre. „Darf ich?“ Ziva wußte nicht so recht, was sie ihr erlauben sollte, aber sie nickte. Amy führte Zivas Finger langsam zu ihren Lippen und leckte, nein sie küßte eher, die Blutstropfen und den Zitronensaft weg.
Auch als die kleine Schnittwunde schon längst sauber war und es auch gar nicht mehr schmerzte, ließ Amy nicht von Zivas Finger ab und fing an, die anderen Fingerspitzen zärtlich zu küssen.
Warum tat sie das? War es der Alkohol? Warum gefiel es ihr? Warum vergaß sie alles um sich herum? Diese Fragen schossen Ziva immer leiser werdend durch den Kopf, während Amys Küsse inzwischen über ihren Arm ihren Hals und schließlich ihren Mund erreichten…

Tony stand an der Ecke zu der Straße, in der das Cafe war. Er musste nur noch wenige Schritte gehen. Er war total aufgeregt, wie elektrisiert. Für kurze Zeit kam ein Gedanke, ob er nicht lieber gehen sollte, doch der wurde von einem Windstoß wie weggeblasen.
Es war ein wunderschöner Tag, Indian Summer in der Stadt. Die Blätter der Bäume in der Allee färbten sich von den Farben gold bis dunkelrot, der Wind bließ durch die Baumkronen.
Tony atmete die Illusion von Frische ein, als der Wind ihm ins Gesicht fuhr und marschierte los.
Er sah das Rot schon von weitem. Mehr konnte er nicht erkennen, eine schnatternde Runde von Frauen am vorderen Tisch verdeckte die rot gekleidete Gestalt.
Ohne dass er es wollte, wurden seine Schritte wieder langsamer. Er wollte Sinica kennen lernen, doch seine Knie waren kurz davor, zu versagen! ‚Komm schon, Dinozzo, du bist ein Mann!!!’, sagte eine Stimme in seinem Kopf und er ging nah genud heran, um die Person in rot er erkennen.

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