Es war inzwischen dunkel, doch keiner von beiden wollte schlafen.
„Hussein hatte da erwähnt, daß er Abby nur mitentführt hatte, weil sie sich ständig in meiner Nähe aufgehalten hat…“, sagte Amy auf einmal, nachdem die beiden kichernd auf dem bett herumgerollt waren.
Ziva runzelte die Stirn. „Abby ist eine Vollidiotin, mach dir keine Sorgen um sie.“
„Ich weiß ganz genau, dass du nicht so über sie denkst. Das sagst du einfach nur so. Außerdem war sie in der Kiste ganz nett zu mir.“
Ziva schwieg. Ja, Amy hatte da vielleicht Recht, trotzdem konnte sie ihr Verhalten nicht deuten. Zuerst diese Einladung auf einen Drink, dann dieses komische Gespräch mit Tony, in dem sie ein Profil von Amy haben wollte und dann auch noch das…
„Weißt du, Abby war in letzter Zeit sehr merkwürdig.“
„Naja, sie hat uns auf nen Drink eingeladen? Was ist daran komisch?“
„Nein, das meine ich nicht. Ich habe neulich ein Gespräch zwischen ihr und Tony mitgehört…sie wollte ein Profil von dir haben, wie von einer Täterin, mit dem Argument, mich vor dir schützen zu wollen!“
Amy schluckte. Hatte Abby möglicherweise von dem Anschlag gewußt? Hatte sie Angst gehabt, dass Amy Ziva dadurch, dass Hussein Rache geschworen hatte, in Gefahr bringen könnte? Sie vertrieb den Gedanken wieder. Es war einfach zu abwegig.
Ziva schien dasselbe zu denken.
„Was passiert nun eigentlich mit Hussein?“, fragte Amy.
Ziva zuckte mit den Schultern. „Noch so ein Vollidiot, ich denke die werden ihn an Israel ausliefern…ich frag mich immer noch wie so ein Stümper es geschafft hat, zu fliehen…und dann auch noch nach Amerika…“
Abby hatte sich von Gibbs bis zur Wohnungstür begleiten lassen, wollte ihn aber nicht herein bitten. Sie wollte einfach nur Zeit für sich haben. Die letzten 48 Stunden waren etwas viel für sie gewesen. Sie fing an, sich asiatische Fertignudeln zu kochen und Collide zu hören. Immer wieder musste sie an alles denken. Sie hatte während dem Mordfall bei Subway in Amys Akte gestöbert und war auf diese dubiose Information mit einem Terroranschlag gekommen. Sie musste lachen. Wie hatte sie dieses kleine Mädchen für eine Terroristin halten können? Dabei war Amy praktisch Anti-Terror-Kämpferin gegen ihren Willen!
Und nebenbei ein ziemlich nettes Mädchen. Ja, Mädchen…sie waren ungefähr gleich alt, aber Amys Art lies sie viel jünger erscheinen. Als ihre Gedanken auf Ziva lenkten, und ihre Beziehung zu Amy, wandte sie sich lieber ihren Nudeln zu. An Ziva wollte sie heute nicht mehr denken, jetzt wo eigentlich alles geklärt war…
Sie würde beide demnächst auf eine große Portion Nudeln einladen und dann wäre vielleicht auch einmal der Damm zwischen ihr und Ziva gebrochen.
Freitag, 28. August 2009
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