Als Jenny wieder in ihrem Büro war, ließ sie sich erleichtert in ihren Stuhl fallen. Eigentlich dachte sie, dass das Gespräch mit Jethro wieder in einem Streit enden würde. Es sollte eigentlich um die Entführung von Abby gehen, allerdings begannen die beiden relativ schnell von Paris und anderen europäischen Sehenswürdigkeiten zu schwärmen. Ihre Zeit in Europa war eigentlich wie ein langer Urlaub gewesen. Sie wußte, dass sie die harte und gefährliche Arbeit durch eine romantisch-verklärte Sichtweise sah, wenn sie an endlose Nächte im Auto dachte, Eis essen auf dem Petersplatz, ein verliebtes Päärchen unterm Eifelturm spielen, Fotos knipsend Wiener Riesenrad fahren…alles klang nach Klischeeurlaub, war aber nur Tarnung gewesen. Was sich dann im Hotelzimmer abspielte, war keine Tarnung…und auch bei den Undercovermissionen musste sie nie die verliebte Braut auf Hochzeitsreise spielen – sie war wirklich verliebt gewesen…
Als ihre Sekretärin hereinkam, wurde sie wieder von der Realität eingeholt. Das mit Jethro war lange vorbei und würde wahrscheinlich auch nie wieder etwas werden…mal ganz abgesehen davon, dass es einfach nicht in ihr Leben passen würde.
Am Abend traf sich das Team beim besten Italiener in der Stadt. Ziva hatte das Treffen organisisert, was jeden etwas gewundert hatte. Sogar Ducky war gekommen. Nur Gibbs tauchte nicht auf. Ziva, welche zufällig neben Abby saß, versuchte sie aufzuheitern. „Er mag solche Treffen doch eh nicht…“
Abby wank ab. „Ach, ist ja auch egal.“
Tony und McGee hatten sich so weit wie möglich auseinander gesetzt, Tony saß neben Abby, gegenüber von Ducky. Neben Ziva saß Palmer, der ihr ziemlich auf die Nerven fiel. Gegenüber dem saß McGee, zwischen dem und Ducky ein Stuhl – der von Gibbs – freigeblieben war.
Ziva strich sich öfters verstohlen übers Haar. Glatt – so trug sie ihre Haare äußerst selten, es war einfach zuviel Arbeit. Aber Amy hatte darauf bestanden, sie ein wenig stylen zu dürfen, wenn sie den Abend schon nicht mit ihr verbringen konnte. Ziva musste bei dem Gedanken grinsen. Sie persönlich machte sich wenig aus Make up, natürlich benutzte sie Concealer und Mascara, aber sich die Augenlider kunstvoll anmalen und die Haare zu frisieren, kam ihr einfach zu umständlich vor. Und sie dachte, dass es sowieso niemand honorieren würde. Allerdings hatte sie an diesem Abend nur Komplimente von allen Anwesenden bekommen.
Freitag, 28. August 2009
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