Ziva, die Diva
Erschöpft ließ sich Ziva in ihr Bett fallen. Es war einmal wieder ein anstrengender Tag gewesen! Sie brummte wohlig, als sie sich in ihre Decke einwickelte. Es dauerte nicht lange, da war sie eingeschlafen.
Als ihr Wecker am nächsten Tag klingelte, stöhnte sie genervt und sah sich im Hotelzimmer um. Der Zimmerservice hatte noch kein Frühstück gebracht? Was für eine Frechheit! Sie hatte denen doch gesagt, sie wünscht sich das große Diätfrühstück ans Bett und zwar bevor der Wecker klingelt. Sie hatte schon gedacht, dass diesmal ein fähiger Serviceboy das Frühstück gebracht hatte ohne sie zu wecken. Genervt ging sie ins Bad und duschte.
Als sie sich im Spiegel sah, dachte sie: „Ohje, da wird Abby wohl einiges zu tun haben!“ Aber wozu wurde sie dafür von Jenny bezahlt.
Als sie frisch geduscht aus dem Bad kam, war das Frühstück auch da. Obstsalat und Vollkorncornflakes mit fettarmer Sojamilch, dazu Schwarztee mit Honig. Zucker war ungesund und Kaffee machte alt. Zivas Karriere stand auf dem Spiel, falls sie sich erlaubte, jetzt schon Falten und Pigmentflecken zu bekommen. Sie musste unbedingt einen Wellnesstermin fürs Wochenende vereinbaren! Zuviel Streß und zu wenig Entspannung waren wie Gift. Allerdings war ihr Job Streß pur.
Sie griff sich ihren Guccimantel und ging runter zum Eingang, wo McGee schon auf sie wartete. „Haben sie gut geschlafen, Ma’am?“, fragte er und hielt ihr die Tür ihrer Limousine auf. „Mir geht’s gut Timmy. Ich hoffe es gibt heute nicht wieder solche Verzögerungen!“
Gestern war es einfach schrecklich gewesen, wie konnte man sie einfach warten lassen?
McGee wußte, dass es indirekt seine Schuld gewesen war und er hielt höflich die Klappe. Er war ja auch nur der Chauffeur.
„Guten Morgen, Jethro!“, rief Ziva, als sie hastig das Set betrat und begrüßte ihn Frenchstyle mit zwei Küßchen. „Du siehst toll aus, Ziva!“ Beide wußten, dass Ziva Augenringe bis unter den Bauchnabel hatte, aber es war sein Job als Produzent, alle Mitwirkenden zu motivieren.
Jenny kam gleich zu den beiden hergerannt. „Ziva, rate einmal wer gerade angerufen hat!“
Ziva hob erwartungsvoll eine Braue. „Du bekommst die Werbekampagne für Dior!!!“, Jenny quietschte wie ein kleines Kind.
Ziva fiel Jenny um den Hals. „Es war gut, dich als Agentin zu engagieren.“
Jenny nickte. „Lee kann nicht einmal ein Handy bedienen…“ Ziva stöhnte bei dem Gedanken an ihre alte Agentin.
In der Maske war Abby noch mit Tony beschäftigt. Ziva konnte es nicht fassen.
„Abby, was ist denn hier los? Du solltest dir deine Zeit besser einteilen! Ich muss auch noch geschminkt werden, schau mich doch nur an!“, zeterte sie. Sie könnte heulen vor Wut. Das war so dreist von dieser kleinen Visagistin!
Abby sah sie erschreckt und schuldbewußt an. „Ziva…es tut mir Leid…ich bin sofort für dich da!“, sagte sie, ebenfalls fast heulend. Sie flog mit der Make up-Palette zurück.
„Mensch, Ziva du hast eine so tolle Haut! Wie machst du das nur!“, bewunderte Abby, während sie den Concealer auftrug.
Ziva hörte sie kaum, sie war innerlich schon wieder gestreßt, weil sie heute die Sexszene mit Tony drehen würde.
Endlich vor der Kamera: Tony hielt Ziva im Arm und war total verkrampft. Sie mochte ihn auch nicht, aber das war verdammt noch mal ihr Job, diese Szene mit ihm zu drehen!
Als er sich runter zu ihr beugte, bemerkte sie, dass er Mundgeruch hatte.
„ICH KANN SO NICHT ARBEITEN!!! MCGEE BRING UNS BITTE KAUGUMMI“, kreischte sie und ruinierte ihr Make up.
Jenny und Jethro kamen erschreckt hergerannt. McGee ließ sich mit den Kaugummis Zeit. Ziva versuchte Abby und ihren verdammten Puderpinsel wegzuwischen, verpaßte ihr aber eine Ohrfeige. Anstatt sich zu entschuldigen schrie sie: „Paß doch auf! Bin ich nur von Vollidioten umgeben???“
Jenny schüttelte den Kopf. „Es ist Mittagspause, so kriegen wir das eh nicht hin! Ich denke, du hast eine Shoppingtour nötig.“ Ziva nickte zufrieden. McGee kam endlich mit dem Kaugummi. Ziva warf den auf den Boden. „Wir brachen jetzt deine Fahrkünste.“, sagte sie genervt und verdrehte die Augen. Warum hatte ihn eigentlich noch keiner rausgeworfen???
Geschlagene zwei Stunden später kam Ziva mit Jenny und McGee wieder, beide schwere Tüten schleppend. Ziva zeigte sich zufrieden. „Ach, das hat gut getan!“, seufzte sie, als Jethro ihr aus dem Mantel half. Abby stand begeistert daneben. „Mensch Ziva, wie machst du das nur? Du kommst hier mit einem Arsenal an Haute Couture zurück und siehst immer noch klasse aus! Wenn ich mir überlege, wies mir nach dem Shopping immer noch geht! Ich bewundere dich so sehr! ich hab hier nur angefangen, damit ich irgendwann mal da bin wo du bist!“ Ziva sah sie von oben herab an. Ohne ihre Plateuschuhe war Abby viel kleiner als Ziva.
„Dahin ist es ein langer und mit deinen Rattenschwänzen schaffst du das nie!“, sagte sie und lief weg. Abby folgte ihr. „Meinst du ich sollte mir die Haare mal blond färben? Ich wollte eh mal ne neue Frisur ausprobieren! Mensch Ziva, ich kann noch soviel von dir lernen!“
Ziva ignorierte sie und warf sich theatralisch in Tonys Arme. Gott sei Dank hatte er sich die Zähne inzwischen geputzt.
Sie fiel am Abend wieder genauso müde ins Bett und schlief sofort ein.
Am Morgen klingelte der Wecker und Ziva sah sich in ihrer Wohnung in Washington um. Sie war zu Hause und es war ein ganz normaler Tag. Leute umbringen machte viel mehr Spaß als Diva zu sein. Ziva war besser als Diva. Sie grinste und sprang ohne Frühstück unter die Dusche.
Dienstag, 11. August 2009
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen